30.04.2016 |

4. Internationales St. Galler Sitzball Turnier

Die Schweizer Sitzballsaison 2016 wurde mit dem 4. Internationalen St. Galler Sitzball Turnier im Athletik Zentrum St. Gallen gestartet. 14 Mannschaften aus vier Nationen nahmen Teil. Die Sitzballgruppe Sursee gewann sämtliche Spiele und damit auch das Turnier.

Mit 14 Teams aus vier Nationen war das alle zwei Jahre stattfindende Turnier des Behinderten Sportvereins St. Gallen tatsächlich international. Erstmals nahm eine Mannschaft aus dem Südtirol in St. Gallen teil. Dort wird wie in Deutschland, Österreich und der Schweiz mehrheitlich Deutsch gesprochen. Für sprachliche Internationalität sorgten jedoch mehrere Asylbewerber aus Afghanistan. Deren Muttersprache ist Persisch. Sie verstärkten in erster Linie den Behinderten-Sportclub Winterthur, wo Spielmacher Heinz Lutz aus gesundheitlichen Gründen verzichten musste. Doch auch Thurgau und Olten konnten auf die Unterstützung der „Exoten" zählen. Das ist gelebte Integration.

Die 14 Mannschaften wurden in zwei Gruppen aufgeteilt, in denen jede gegen jede spielte. Dies ergab pro Team sechs Spiele. In dieser Gruppenphase wurden die Finalisten ermittelt. Während die Mannschaften auf den Plätzen drei bis sieben danach um die endgültige Klassierung kämpften, qualifizierten sich die jeweils zwei Gruppenersten für den Halbfinal „übers Kreuz". Die Gruppenersten trafen also auf den jeweils Zweiten der anderen Gruppe.

Souveränes Sursee

Als einzige Mannschaft konnte Sursee in der Qualifikationsrunde sämtliche Partien für sich entscheiden und siegte in der Gruppe A deutlich vor den überraschenden Bludenz und Thurgau. In der Gruppe B lagen Schwaz Tirol und Neubrandenburg punktegleich an der Spitze, gefolgt von Olten.

Im ersten Halbfinal geriet Sursee gegen Neubrandenburg anfänglich in Rücklage. Die Luzerner fingen sich aber auf und entschieden die Partie schliesslich mit 27:20 relativ klar zu ihren Gunsten. Das innerösterreichische Duell im zweiten Halbfinal gewann Schwaz Tirol ungefährdet mit 26:15 gegen Bludenz.

Sursee setzte den Siegeszug auch im Final fort und wies Schwaz Tirol mit 27:22 in die Schranken. Das Spiel um Platz 3 entschied Neubrandenburg, das Team mit dem wohl längsten Anfahrtsweg, mit 26:20 gegen Bludenz für sich. Gastgeber St. Gallen hängte mit einem sehr deutlichen 30:15 Holleben endgültig die rote Laterne an.

Die Deutschen erhielten an der Siegerehrung dennoch einen warmen Applaus. Obwohl die besten Spieler des TSV 78 Holleben gleichentags an der Deutschen Meisterschaft im Einsatz waren, nahm ein „Rumpfteam" die lange Fahrt von Sachsen-Anhalt in die Schweiz auf sich.

Rhythmische Siegerehrung

Zum gemeinsamen (und gesponserten) Nachtessen und zur Siegerehrung verschoben sich die Sitzballerinnen und Sitzballer nach Gossau. Dort boten die Drummliners, die Perkussionsgruppe der Kantonsschule Trogen, unter der Leitung von Remo Signer einen Einblick in ihr schon beachtliches Können.

Alle Spielerinnen und Spieler durften nebst Urkunde ein kleines Geschenk im Empfang nehmen. Auf dem Spielfeld vermochte der Behinderten Sportverein St. Gallen kaum Akzente zu setzen. Für die Organisation des Turniers hat er aber einen grossen Applaus verdient.

 Rang    Mannschaft Land
1  PluSport Sursee  Schweiz 
2  TU Schwaz Tirol Österreich
3  FSVB Neubrandenburg     Deutschland
4  VSG Bludenz Österreich
5  PluSport Region Olten Schweiz
6  PluSport Thurgau Schweiz
7  BSC Winterthur Schweiz
8  SV Chemie Linz Österreich
9  TSG Söflingen Deutschland
10  VSG St. Pölten Österreich
11  SGKS Südtirol Italien
12  BSV Ravensburg Deutschland
13  BSV St. Gallen Schweiz
14  TSV 78 Holleben Deutschland

 

Die beiden Organisatoren Roger Frischknecht und Reto Nieuwenhout auf dem Spielfeld

 

Annemarie Keller und Marcel Knellwolf (in Blau) von Thurgau im Spiel gegen Südtirol

 

Szene aus dem Spiel Schwaz Tirol gegen Olten

 

Der Winterthurer Heinz Lutz mit einem der afghanischen Asylbewerber

 

Strahlende Sieger: Thomas Lötscher, Peter Schöpfer, Walter Widmer und
Walter Filliger (von links). Urs Casanova musste leider früh abreisen.