24.10.2009 |

Sitzball-Schweizermeisterschaft in Winterthur

Der Titelverteidiger trat nicht an

Wohlen gewann das Eröffnungsspiel gegen Winterthur. An der Leine Adrian Köppel gegen Bruno Huber.

Bereits am Freitag stand fest, dass es einen neuen Schweizermeister im Sitzball geben würde. Titelverteidiger Bern 81 sagte die Teilnahme an der Meisterschaft in Winterthur wegen akutem Personalmangel kurzfristig ab. So gingen lediglich noch sieben Mannschaften an den Start. In der Favoritenrolle sah man nun den letztjährigen Zweiten Olten 1, aber auch Sursee wurde viel Kredit eingeräumt. Die beiden Favoriten setzten sich in ihren Partien relativ souverän durch. Einzig Wohlen bot hartnäckigen Widerstand und wurde von beiden nur knapp besiegt. Spielleiter Walter Bärtschi stellte den Spielplan so um, dass sich Olten 1 und Sursee erst ganz zum Schluss gegenüber sassen. In diesem „Finalspiel“ wurden die Zuschauer Zeuge von packenden Szenen. Schliesslich setzte sich Sursee doch relativ deutlich mit 25:19 durch und holte sich damit zum vierten Mal den Meistertitel.

Knapp war die Entscheidung um Platz drei. Wohlen entschied zwar die Direktbegegnung gegen Olten 2 mit 26:25 für sich, trat im letzten Spiel aber einen Punkt an Thurgau ab. In der Endabrechnung entschied dann ein einziger Punkt Differenz zugunsten der Aargauer.

Ostschweizer im Hintertreffen

Die drei östlich von Zürich beheimateten Mannschaften konnten trotz guter Ansätze nicht ins Geschehen an der Spitze eingreifen. Sie landeten auf den hinteren Rängen. Thurgau hat mit dem ehemaligen Winterthurer Marcel Knellwolf wieder einen Schlagmann an der Leine. Das allein reicht aber nicht aus, um im Konzert der ganz Grossen mitzuspielen. Thurgau gewann zwar klar gegen Winterthur und knöpfte Wohlen einen Punkt ab. Gegen die Trainingspartner aus St. Gallen zogen die Thurgauer aber den Kürzeren, was Rang sechs zur Folge hatte. St. Gallen unterlag Olten 2, der Mannschaft mit dem tiefsten Durchschnittsalter, mit 21:22. Also gab im Kampf um Platz vier ein einziger Treffer Unterschied den Ausschlag.

Würdige Meisterfeier
Die Heimmannschaft hatte auf dem Spielfeld keinen Grund zum Jubeln. Winterthur verlor sämtliche Partien diskussionslos und zierte das Tabellenende. Dass dies nicht mit einem blanken Konto geschah, ist dem Umstand zu verdanken, dass die Spiele des abwesenden Bern 81 mit einem Forfaitsieg für die Gegner gewertet wurden.

Gute Kritik erhielten die Winterthurer dagegen für die Organisation des Anlasses. Das dürfte ein wenig über die verpassten Punkte hinwegtrösten. Der Behinderten-Sportclub Winterthur führte die SM aus Anlass des 50. Geburtstages durch. Die Verantwortlichen wollten den Sitzballern einen schönen Abend bieten. Nach der Siegerehrung sorgte ein Komikerduo dafür, dass auch jene wieder lachen konnten, die in der Turnhalle weniger glücklich waren.

 

Rangliste der 36. Schweizermeisterschaft
1. Sursee (14 Punkte)
2. Olten 1 (12 Punkte)
3. Wohlen (9 Punkte)
4. Olten 2 (8 Punkte)
5. St. Gallen (6 Punkte)
6. Thurgau (5 Punkte)
7. Winterthur (2 Punkte)
8. Bern 81 (0 Punkte; abwesend)

 

Albert Büchi