14.04.2014 |

Internationales Sitzball Turnier St. Gallen

Ein rein deutscher Final

Der SGV Dresden feierte am mit 14 Mannschaften besetzen Sitzballturnier in St. Gallen acht Siege und gewann überlegen das Turnier im Athletik Zentrum. Sursee rettete die Ehre der Schweiz mit dem dritten Platz.

Der Behinderten Sportverein St. Gallen organisiert im Zweijahresrhythmus ein Sitzballturnier im Athletik Zentrum, zu dem er jeweils nebst Schweizer Teams auch Mannschaften aus Deutschland und Österreich einlädt. Zur dritten Auflage erschienen 14. Mannschaften, womit St. Gallen wohl das grösste Turnier dieses Jahres in der Schweiz sein dürfte. Die 14 Teams wurden in zwei Gruppen eingeteilt und bestritten eine Vorrunde im Modus Jeder gegen Jeden.

In der Gruppe A war die Spitze ausgeglichen. Sursee bezwang Neubrandenburg, unterlag aber Kornwestheim. Dieses Team wiederum musste gegen Neubrandenburg als Verlierer vom Platz. So totalisierten diese drei Mannschaften schliesslich je zehn Punkte. Dank der Trefferquote erreichte Kornwestheim Platz eins, gefolgt von Sursee und Neubrandenburg.

Chemie Linz konnte drei Partien für sich entscheiden, Thurgau deren zwei und Bludenz eine. Der TSV 78 Holleben ging leer aus.

Dresden in der Favoritenrolle

Klarere Verhältnisse herrschten in Gruppe B, allerdings auch nur, was den ersten Platz anbelangte. Dresden entschied diese Gruppe mit dem Punktemaximum klar für sich und brachte sich damit in die Favoritenrolle. Am knappsten wurde es dabei ausgerechnet gegen Gastgeber St. Gallen, mit 27:24. In den übrigen Spielen war die Differenz bedeutend grösser.

Hinter Dresden folgten drei Mannschaften mit jeweils 8 Punkten. Schwaz Tirol verwies dank der besten „Tordifferenz“ Söflingen und Olten auf die Plätze drei und vier. Ravensburg erreichte mit einem Sieg und einem Unentschieden Rang 5. St. Gallen startete mit einem ganz knappen Sieg gegen das wiederauferstandene Winterthur ins eigene Turnier. Dies blieben aber die einzigen Punkte an diesem Tag.

Dresden schaltete im Halbfinal Sursee klar mit 33:18 aus. Etwas enger ging es bei Kornwestheim gegen Schwaz Tirol zu, das Spiel endete mit 21:18. So kam es zu einem rein deutschen Final, den die Mannschaft aus Sachsen mit 26:20 diskussionslos für sich entschied. In der Partie um Platz 3 hatte Sursee gegen Tirol mit 25:24 ganz knapp die Nase vorn.

Platz 5 sicherte sich Neubrandenburg mit 29:20 gegen Söflingen. Linz verwies Olten mit 24:18 auf Rang 8, während Thurgau im Kampf um Platz 9 Ravensburg mit 23:27 unterlag. St. Gallen verlor im Klassierungsspiel gegen den östlichen Nachbarn Bludenz 19:22.

Vor fünf Jahren hatte sich die Sitzballgruppe Winterthur aus dem aktiven Wettkampfsport zurückgezogen, der Trainingsbetrieb wurde aber nie eingestellt. Nach dem Zuzug von drei Spielern der aufgelösten Mannschaft Wohlen-Lenzburg sind die Zürcher nun wieder in der Lage, an Turnieren teilzunehmen. Das bedeutet zwar nicht, dass nun eine Mannschaft mehr aktiv ist als bisher, aber mindestens verschwindet anzahlmässig auch keine. Winterthur konnte im letzten Spiel des Tages einen Halbzeitrückstand aufholen und Holleben schliesslich mit 22:20 die rote Laterne anhängen.

Folklore am Abend

Die Organisatoren wollten an der Siegerehrung im Gossauer Restaurant „Apropos“ den Gästen einen Einblick in heimisches Brauchtum bieten. Dazu gehörte ein währschaftes Menü mit Siedwurst, Rippli und Chäshörnli. Die Trachtengruppe der Stadt St. Gallen präsentierte ihre Trachten und Tänze, und ein Alphornduo versetzte die Gesellschaft gedanklich auf eine Alp. Dank grosszügiger Sponsoren konnte der Behinderten Sportverein St. Gallen ein schönes und spannendes Turnier sowie einen interessanten Abend bieten.

Rang Mannschaft
1. SGV Dresden (D)
2. SV Salamander Kornwestheim (D)
3. Sursee (CH)
4. TU Schwaz Tirol (A)
5. FSVB Neubrandenburg (D)
6. TSG Söflingen (D)
7. SV Chemie Linz (A)
8. BSG Olten (CH)
9. VSG Ravensburg (D)
10. Sitzballgruppe Thurgau (CH)
11. VSG Bludenz (A)
12. BSV St. Gallen (CH)
13. BSC Winterthur (CH)
14. TSV 78 Holleben (D)
  Weitere Unterlagen: Spielplan
Rangliste
Rangliste Vorrunde
Fotos von Karl Humer

 

Text und Bilder: Albert Büchi

Nach überraschender Halbzeitführung geriet St. Gallen (links) gegen Olten doch noch in Rücklage

 

Nach einem längeren Unterbruch startete wieder einmal eine Mannschaft unter dem Namen Winterthur (rechts), hier im Spiel gegen Ravensburg

 

Thurgau (links) im Kampf gegen Neubrandenburg

 

Der SGV Dresden entschied das Turnier ohne Punkteverlust für sich