31.05.2008 |

Internationales Sitzballturnier in Olten

Sowohl der Oltner Tagblatt-Cup als auch der Dreitannen-Cup wurden von Gast-Mannschaften aus Deutschland gewonnen. Beste Schweizer Vertreter waren jeweils die Teams der organisierenden Behindertensportgruppe Olten. Wenn der aus der deutschen Nationalmannschaft bekannte Schlagmann ausholt, haben die Gegner von Oberhausen nichts mehr zu lachen. Die Schläge kommen schnell und hart und machen es dem Gegner schwer, den Ball zu erwischen. Selbstverständlich entschied "Johnny" das Turnier nicht im Alleingang, denn auch seine Mitstreiter zeigten grossartige Leistungen. Oberhausen konnte sämtliche Partien deutlich für sich entscheiden und gewann den Oltner Tagblatt-Cup mit dem Punktemaximum. Gespielt wurde eine Doppelrunde mit jeweils zehn Minuten Spieldauer.

Den zweiten Platz belegte ebenfalls eine Equipe aus Deutschland. Nördlingen verlor die beiden Partien gegen Oberhausen, musste daneben einmal einer Schweizer Mannschaft den Vortritt lassen. Sursee konnte das zweite Aufeinandertreffen mit 16:15 knapp für sich entscheiden. Die Luzerner konnten auch Bern 81 einmal in die Schranken weisen. Das andere Spiel gewannen die Hauptstädter jedoch relativ deutlich, so dass sie bei Punktegleichheit besser klassiert wurden als Sursee. Olten 1 konnte eine ausgeglichene Bilanz aufweisen. Fünf Siegen standen fünf Niederlagen gegenüber, was den Gastgebern den dritten Platz eintrug. Mit blankem Konto musste Bludenz die Heimreise antreten. Die Österreicher hätten vom Stärkeverhältnis her auch im Dreitannen-Cup starten können, nahmen es jedoch mit den stärker eingeschätzten Mannschaften auf. Ein sympathischer Zug, der schlecht belohnt wurde.

Ravensburg gewinnt den Dreitannen-Cup
Gleich vier Gruppen aus Deutschland massen sich im Dreitannen-Cup mit vier Schweizer Vertretern. Während sich Denzlingen mit einem einzigen Sieg über St. Gallen und dem letzten Platz begnügen musste, machten Müllheim, Ravensburg und Tiengen den Sieg unter sich aus. Das erstmals antretende Ravensburg gestalte alle sieben Partien erfolgreich und holte sich somit den Sieg. Müllheim, bereits mehrmals Sieger des Turniers, wies zwar die deutliche bessere Trefferquote als Tiengen auf, verlor aber die entscheidende Partie gegen die Schwarzwälder mit 23:24. Weil die beiden Mannschaften gleich viele Punkte aufwiesen, wurde Tiengen auf Platz zwei klassiert.
Mit vier Siegen und drei Niederlagen belegte Olten 2 den vierten Rang. Dahinter folgten drei Teams mit jeweils vier Punkten. Die Auswertung bereitete etwelche Schwierigkeiten, denn jede dieser Mannschaften hatte eine aus dem Trio geschlagen und gegen eine verloren. Die beste Trefferquote verhalf Thurgau zum fünften Rang. Eine Überraschung, denn die Ostschweizer waren in den letzten Jahren nicht gerade vom Erfolg verwöhnt. Zwischen Wohlen und St. Gallen musste die Direktbegegnung herhalten, und die sprach für die Aargauer.
Die Entscheidung zwischen Müllheim und Tiengen entbehrt nicht einer gewissen Brisanz. Beide Mannschaften traten unvollständig an. Bei Müllheim sprang eine Spielerin vom BSC Winterthur in die Bresche. Die Müllheimer ihrerseits halfen bei Tiengen aus – und waren damit irgendwie selbst verantwortlich dafür, dass sie von Tiengen überflügelt wurden. Auch Olten 2 war auf fremde Hilfe angewiesen, nachdem zwei Stammspieler nicht antreten konnten. Wenige Tage vor dem Turnier traf auch noch die Nachricht vom Hinschied von Toni Muff ein, einem langjährigen Mitglied der Sportgruppe. Da Winterthur aufgrund der eigenen Personalsituation keine Mannschaft melden konnte, stellten – oder setzten – sich zwei Winterthurer in die Dienste der Solothurner. Das ist gelebte Solidarität.

 

Ranglisten:
Oltner Tagblatt-Cup:
1. Oberhausen/D 10 Spiele/20 Punkte; 2. Nördlingen/D 14; 3. Olten 1 10; 4. Bern 81 8; 5. Sursee 8; 6. Bludenz/A 0.

Dreitannen-Cup:
1. Ravensburg/D 7 Spiele/14 Punkte; 2. Tiengen/D 10; 3. Müllheim/D 10; 4. Olten 2 8; 5. Thurgau 4; 6. Wohlen 4; 7. St. Gallen 4; 8. Denzlingen/D 2.

 

Albert Büchi