03.09.2017 |

Goal für alle mit dem FC Winterthur

Der FC Winterthur (FCW) organisierte am 3. September zusammen mit dem Behinderten-Sportclub Winterthur (BSW) erstmals einen speziellen Anlass, an dem Behinderte und Nichtbehinderte zusammen in einer Mannschaft Fussball spielten. Als Rahmenprogramm massen sich in einem Sitzballspiel Behinderte mit Fussballern.

 

Das Glück fing schon mit dem Wetter an: Statt wie prognostiziert regnerisch und kühl, präsentierte sich der Sonntag, 3. September, angenehm trocken und warm. So stand einem erfolgreichen Turniertag nichts im Weg. Die rund 100 Teilnehmenden versammelten sich ab 12 Uhr auf der Terrasse der Libero Stadionbar. Nach kurzen Ansprachen von FCW-Geschäftsführer Andreas Mösli und den beiden Ko-Präsidenten des BSW, Peggy Bächli und Markus Büchi, wurden die gemischten Teams ausgelost: in allen Mannschaften spielten Profis, Spielerinnen des Frauenteams und Fans des FC Winterthur sowie Menschen mit Beeinträchtigung – ganz nach dem Motto des Turniers: Erst zusammen sind wir komplett.

Nach einem gemeinsamen Spaghettiplausch-Mittagessen in der Stadionbeiz ging es los: Die Teams massen sich in 10-Minuten-Duellen, wobei das Gewinnen für einmal zweitrangig war. Mit dem Plauschturnier wollten die Organisatoren und die Beteiligten Grenzen auflösen und ein Zeichen für eine solidarische Gesellschaft setzen.

Grenzen aufgelöst wurde auch im Sitzball-Match zwischen einer Schweizer Sitzball-Auswahl und einem FCW-Team, der in der Turnhalle im Keller der alten Haupttribüne stattfand (siehe Bericht unten).

Nach dem abschliessenden Fussball-Finalspiel, das vom Team Micky Mouse gewonnen wurde, gab es ein gemeinsames Erinnerungsfoto sowie für alle Beteiligten die redlich verdiente Belohnung in Form einer Erinnerungsmedaille, FCW-Tickets sowie einem von Turnier-Götti Admir Mehmedi gesponserten Sportrucksack mit Ball und Cap.  (Andreas Mösli)

 

Sitzball: Ideal für Gehbehinderte 

Für das Demonstrationsspiel gegen Spielerinnen und Spieler des FC Winterthur und Stadtrat Nicolas Galladé schlossen sich Mitglieder der Sitzballmannschaften von Limmattal, Olten, Thurgau und Winterthur zu einer Auswahl zusammen. Darunter befanden sich vier Spieler, die für die Schweiz an der WM 2010 in Uganda und 2013 in Ruanda jeweils die Bronzemedaille gewannen. Sitzball ist ein idealer Mannschaftssport für Gehbehinderte, vor allem solche mit Beinamputation. Die Regeln basieren auf jenen von Volley- und Faustball. Eine Mannschaft besteht aus fünf Spielern, wobei Alter und Geschlecht keine Rolle spielen. Es sind auch Unbehinderte zugelassen.

Für die Fussballer war nicht nur die sitzende Position ungewohnt, sondern auch die Tatsache, dass der Ball nur mit der offenen Hand berührt werden darf. Das führte zu teilweise drolligen Situationen, die ab und zu dem Publikum ein Lachen entlockten. Gelungene Aktionen der «Novizen» wurden mit kräftigem Applaus belohnt. Die Sitzballer, die selbstverständlich keine Profis sind, sondern in ihren Sport mehr investieren als garnieren, entschieden die zwei Partien klar für sich. Gewonnen haben am Schluss aber alle: Die Behinderten konnten ihre Leistungen einem Publikum präsentieren, die Fussballer erhielten Einblick in eine ihnen fremde Sportart und die Zuschauer wurden bestens unterhalten.

Siehe auch Homepage FC Winterthur

(Albert Büchi, Sitzballer)