12.06.2010 |

Europa-Pokal im Sitzball in Olten

Deutschland war nicht nur qualitativ sondern auch quantitativ dominierend. Von den insgesamt 16 Mannschaften, die sich in der Stadthalle Olten für den Europa-Pokal und den Dreitannen-Cup einfanden, stammten lediglich vier aus der Schweiz. Der grosse Rest kam aus dem nördlichen Nachbarland. Leider blieben die Österreicher dem Turnier fern. Angeblich weil sie sich durch die deutschen Schiedsrichter benachteiligt fühlen.

Nationalmannschaft ohne Chancen
Als kompakteste Mannschaft erwies sich der Landesverband Baden, bei dem es sich genau genommen um die Sitzballgruppe Pforzheim handelte. Baden gab lediglich gegen die 1. Deutsche Nationalmannschaft einen Punkt ab. Die restlichen Spiele wurden alle gewonnen. Die „Nati-1 DBS“ unterlag ihrerseits dem Landesverband Nordrhein-Westfalen und musste sich damit mit dem zweiten Platz bescheiden. Nordrhein-Westfalen verlor die Begegnung gegen Sachsen und wurde deshalb bei Punktegleichheit mit den Ostdeutschen im vierten Rang klassiert.

In der Schweiz nimmt die Anzahl Sitzballclubs stetig ab. Dies wirkt sich natürlich auch auf die Nationalmannschaft aus, die immer grössere Schwierigkeiten hat, ein schlagkräftiges Team zu rekrutieren. Die Schweizer konnten realistisch gesehen nur gegen den Landesverband Hessen auf einen Punktegewinn hoffen, verloren jedoch auch diese Partie. Keine Spur also von Heimvorteil. Die Schweiz ziert mit blankem Konto das Tabellenende.

Nördlingen gewinnt den Dreitannen-Cup
Die drei Schweizer Equipen von Olten, St. Gallen und Thurgau sahen sich im Turnier für Clubmannschaften ebenfalls einer deutschen Übermacht gegenüber. Die neun Mannschaften hatten übrigens einen wahren Marathon zu absolvieren: Acht Partien über die volle Distanz von jeweils 2 mal 7 Minuten zehrten ganz schön an den Kräften. Am besten bewältigte dieses Programm Nördlingen, das alle Partien klar für sich entschied. Ravensburg musste Thurgau einen Punkt zugestehen, erreichte aber dennoch den zweiten Platz. Die Ehre der Schweizer rettete Olten mit fünf Siegen und dem dritten Platz.

Wie spontan behinderte Sportler reagieren können, zeigt folgende Episode: Denzlingen (Deutschland) sagte am Donnerstag seine Teilnahme ab. Um nicht den ganzen Plan umstellen zu müssen, suchte OK-Präsident Paul Probst einen Ersatz. So ging eine aus drei Deutschen und zwei Schweizern bunt zusammen gewürfelte Mannschaft unter den Namen Euroteam ins Rennen und konnte immerhin zwei Spiele gewinnen.

Ein Abschluss mit Gesang
Nach den sportlichen Leistungen hatten sich Spieler, Schiedsrichter, Helfer und Organisatoren einen schönen Abend mit feinem Nachtessen redlich verdient. Für Unterhaltung sorgte der Musical-Chor der Kantonsschule Olten mit der Interpretation verschiedener Lieder aus dem Popbereich. Nach Ansicht des Chorleiters, der die einzelnen Nummern auf lockere Art ansagte, sind die Deutschen nicht nur die besseren Sitzballspieler, sondern auch das spontanere Publikum. Die Gäste aus Deutschland ihrerseits lobten die gute Organisation, und einige überreichten der organisierenden Behinderten-Sportgruppe Olten Geschenke. Schliesslich feiert diese heuer ihren 50. Geburtstag.

 

Rangliste Europa-Pokal
1. Landesverband Baden
2. Deutsche Nationalmannschaft 1
3. Landesverband Sachsen
4. Landesverband Nordrhein-Westfalen
5. Deutsche Nationalmannschaft 2
6. Landesverband Hessen
7. Nationalmannschaft Schweiz

Rangliste Dreitannen-Cup
1. Nördlingen
2. Ravensburg
3. Olten 2
4. Müllheim
5. Thurgau
6. Ludwigshafen
7. Euroteam!
8. Pirmasens
9. St. Gallen

 

Albert Büchi