09.05.2009 |

Dreitannen-Cup in Olten

Seit über 20 Jahren organisiert die Behinderten-Sportgruppe Olten ein Sitzballturnier. Lange Zeit war dieses aufgeteilt in zwei Stärkeklassen, die um den Oltner Tagblatt-Cup und den Dreitannen-Cup kämpften. Dieses Jahr war einiges anders. Zehn Mannschaften hatten sich angemeldet, was die Organisatoren bewog, alle in einer Klasse antreten zu lassen und nur den Dreitannen-Cup zu vergeben. Es wurde im Modus „Jeder gegen Jeden“ gespielt, was trotz verkürzter Spieldauer eine Gesamt-Spielzeit von 108 Minuten ergab. Bei den warmen Temperaturen in der BBZ-Halle schon fast ein Marathon.

Unter dem kuriosen Namen „Ti-Wi“ ging ein Team an den Start, das sich aus zwei Sitzball-Gruppen zusammen setzte. Sowohl Tiengen/Deutschland als auch Winterthur/Schweiz konnten lediglich zwei Spieler rekrutieren. Diese schlossen sich auf Anregung von Organisator Paul Probst zu einer Mannschaft mit eben diesem seltsamen Namen Ti-Wi zusammen. Sie mussten aber trotz dieser „Fusion“ für jedes Spiel noch einen Spieler aus einer anderen Mannschaft anfordern, um auf die erforderlichen fünf Leute zu kommen.

Aber auch in anderen Equipen waren auffallend viele Teilnehmer auszumachen, die dort nicht zur Stammformation gehören. Augenscheinlich ist es so, dass viele Mannschaften nur antreten können, wenn ihnen andere Gruppen aushelfen. Oder sie leihen sich gleich von Anfang an Personal bei anderen Vereinen aus. Dies mag das Bild teilweise verfälschen, aber ein Ziel ist erreicht: Es kann ein sportlicher Wettkampf durchgeführt werden, und die einzelnen Teilnehmer betätigen sich sportlich. Und das ist am Ende das Wichtigste.

Heimvorteil ausgenützt
Die erste Mannschaft der organisierenden BSG Olten zeigte sich am eigenen Turnier in guter Verfassung und entschied sämtliche Partien für sich. Das eigentliche „Finalspiel“ gegen Sursee wurde jedoch zu einer äusserst knappen Angelegenheit und endete mit 21:20 zugunsten der Solothurner. Sursee vermochte die restlichen Spiele alle siegreich zu gestalten und erreichte damit Platz zwei.
Eng wurde es auch im Kampf um den dritten Platz. Denzlingen aus Deutschland und St. Gallen wiesen nach neun Spielen je zwölf Punkte auf. Trotz der besseren Trefferquote mussten sich die Ostschweizer mit Platz vier bescheiden, denn die entscheidende Partie gegen Denzlingen ging mit 16:19 verloren.

Lange Anreise
Ein ähnliches Bild bei der Entscheidung um Platz fünf. Das zweite Team von Olten und die deutschen Gäste aus Müllheim hatten je acht Punkte auf dem Konto. Auch hier ging die Direktbegegnung zugunsten der Deutschen aus. Wohlen musste sich mit Spielern aus anderen Mannschaften aufstocken. Die Aargauer wiesen eine ausgeglichene Trefferquote und sieben Punkte aus, was ihnen Platz sieben eintrug. Als eigentliche Überraschung kann der Auftritt von Thurgau gewertet werden. Die Ostschweizer findet man öfters am Tabellenende. In Olten holten sie sich zwei Siege und zwei Unentschieden und lagen damit nur einen Punkt hinter Wohlen. Die weiteste Anreise hatten die Sportler aus Pirmasens. Sie wurden mit einem einzigen Punktegewinn (gegen die „Deutsch-Schweizerische Freundschaft“ Ti-Wi) für die lange Reise schlecht belohnt.

Rangliste (alle neun Spiele):

  1. Olten 1, 18 Punkte
  2. Sursee, 16
  3. Denzlingen/D, 12
  4. St. Gallen, 12
  5. Müllheim/D, 8
  6. Olten 2, 8
  7. Wohlen, 7
  8. Thurgau, 6
  9. Pirmasens/D, 2
  10. Ti-Wi/D/CH, 1.

Albert Büchi