08.09.2018 |

35. Mostindien-Sitzballturnier von PluSport Thurgau

Österreichischer Doppelsieg in Frauenfeld

Nach einem Jahr Unterbruch entschied sich die Sitzballgruppe von PluSport Thurgau unter der Leitung von Marcel Knellwolf dazu, das beliebte Mostindienturnier wieder durchzuführen. Und dies bereits zum 35. Mal. Mit neun Mannschaften – vier aus der Schweiz, drei aus Österreich, eine aus Deutschland und eine schweizerisch-deutsche Zusammenarbeit – war das Turnier international gut besetzt. Im Modus Jeder gegen Jeden ergab dies acht Partien pro Mannschaft, also ein nahrhaftes Programm. Zumal die Mannschaften auch noch die Linienrichter und Zähler stellen mussten.

Die rückläufige Tendenz im Sitzball lässt sich daraus ablesen, dass nur wenige Mannschaften in Vollbesetzung anreisten. So half man sich gegenseitig aus, was für manchen Spieler noch zusätzliche Einsatzzeit bedeutete. Da war der eine oder andere ziemlich gefordert. Aber es herrschte gute Stimmung in der Schulanlage Oberwies in Frauenfeld.

Bei oft wechselnden Besetzungen ist es natürlich schwierig, die Mannschaften richtig einzuschätzen. Es durfte aber damit gerechnet werden, dass die beiden österreichischen Teams SV Chemie Linz und TU Schwaz Tirol vorne mitmischen würden. Sie wurden dieser Favoritenrolle gerecht. Linz leistete sich nur gerade einen Ausrutscher, nämlich bei der 19:23 Niederlage gegen Olten. Die übrigen Spiele wurden gewonnen, und so konnte Linz mit 14 Punkten das Turnier für sich entscheiden. Die Tiroler ihrerseits gestanden den beiden Ostschweizer Teams Thurgau und St. Gallen jeweils ein Unentschieden zu und verloren gegen die Landsleute aus Linz. Sie kamen auf ein Total von 12 Punkten.

Gleich viele Punkte liessen sich Heinz Lutz und seine afghanischen Schützlinge von der Sitzballgruppe Limmattal gutschreiben, die nur gegen die beiden starken österreichischen Equipen verloren. Das war ausschlaggebend für die Rangierung, denn aufgrund der Niederlage in der Direktbegegnung musste Limmattal Tirol den Vortritt lassen. Der 3. Rang ist aber sicher eine tolle Leistung. Für die meisten eine unbekannte Mannschaft war RSV Penzberg aus Deutschland. Den drei Niederlagen gegen Linz, Tirol und Limmattal standen fünf Siege gegenüber, was Platz 4 bedeutete.

Es gibt auch Lichtblicke

Olten hatte seine stärksten Momente sicher gegen Chemie Linz. Nebst den anderen Spitzenteams fügte auch Bludenz den Solothurnern eine Niederlage zu, so dass diese schliesslich mit acht Punkten die Ranglistenmitte zierten. Mit einer auffallend jungen Mannschaft trat VSG Bludenz an, und die schlug sich achtbar. Immerhin dreimal konnte sie sich zwei Punkte gutschreiben lassen. Auch bei Penzberg und vor allem bei Tirol sassen junge Leute im Feld. Es besteht also doch noch ein wenig Hoffnung, dass Sitzball noch einige Zeit überleben kann.

Einen Punkt mehr als die Vorarlberger totalisierten die Gastgeber. Thurgau gewann gegen Winterthur-Ulm, Bludenz sowie St. Gallen und trotzte Tirol ein Unentschieden ab. Das ergab Rang 6. Drei Spieler vom BSC Winterthur und zwei von Ulm-Söflingen bildeten die grenzüberschreitende Formation Winterthur-Ulm. Die reüssierte zwar nur gegen St. Gallen, aber vielleicht ist dies das Modell der Zukunft bei Sitzballturnieren. Da es nur noch wenigen Mannschaften gelingt, in Vollbesetzung anzutreten, könnten sich einzelne Spieler vermehrt zu einem Team zusammenschliessen, so dass jene in Unterbesetzung nicht ständig Leute suchen müssten.

St. Gallen meldete sich zwar mit guter Besetzung an. Krankheiten und andere Hindernisse reduzierten das Team aber auf nur noch zwei Leute. Ihr Lichtblick war das Unentschieden gegen Tirol, die anderen Partien gingen verloren, womit die Ostschweizer das Tabellenende bildeten. Als Schiedsrichter amteten Werner Brawand und Helmut Cierpinsky sowie Vertreter der Mannschaften.

Neu war an der 35. Auflage des Mostindien-Sitzballturniers das Restaurant, das man nach Abschluss des anstrengenden Nachmittags für das Essen und die Siegerehrung aufsuchte. Es liegt direkt neben einem Autobahnanschluss, was für die meisten Teilnehmer sicher eine Erleichterung ist. Jeder Spieler, jede Spielerin wurde schliesslich mit einem «Mug», einer grossen Tasse, beschenkt und wird so vielleicht noch ein paar Jahre an das schöne Turnier erinnert.

Albert Büchi

Rangliste
 Rang  Mannschaft Land  Punkte 
   1 SV Chemie Linz    A    14
   2 TU Schwaz Tirol   A    12
   3 Limmattal   CH    12
   4 RSV Penzberg   D    10
   5 Olten  CH    8
   6 Thurgau   CH    7
   7 VSG Bludenz   A    6
   8 Winterthur-Ulm CH/D    2
   9 St. Gallen    CH    1
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Adrian Köppel (Winterthur-Ulm) konzentriert sich auf den Schlag

Organisator Marcel Knellwolf und Speakerin Ilona Dübendorfer

Szene aus dem Spiel Penzberg gegen Limmattal

Die drei Spieler von Chemie Linz nehmen den Siegerpokal entgegen

Annemarie Keller von Gastgeber Thurgau gegen Charly Humer von Chemie Linz

Der wohl jüngste Spieler (bei TU Schwaz Tirol), flankiert von Marcel Knellwolf und Annemarie Keller

Die österreichischen Teams von Tirol (links) und Linz waren die stärksten Mannschaften